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Digital durchstarten – jetzt oder wann sonst?

Von Christopher Jahns| 18. Mai 2020

Warum berufliche Flexibilität heute wichtiger ist denn je

Digitale Weiterbildung, Upskilling in digitalen Kompetenzen

„Corona – das ist VUCA-Wahnsinn in Reinkultur“, sagte mir neulich ein Kunde online. Und tatsächlich haben wir, solange ich zurückdenken kann, nicht mehr in so unsicheren Zeiten gelebt wie in diesen Tagen und Wochen. In Deutschland schaut alles gebannt auf die Autoindustrie, das Herz unserer Volkswirtschaft. Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent zeichnen sich dort ab. Volkswagen etwa hat nur zwei Wochen nach einem sachten Neustart die Produktion schon wieder gedrosselt – weil gerade keiner Autos kauft.

Es trifft uns alle – millionenfach

Die eigentlich Leidtragenden sind aber nicht nur die großen Player. Was mir als Mitmensch und Unternehmer Sorgen macht, sind rund zehn Millionen Menschen in Kurzarbeit. Sie kommen überwiegend aus kleinen und mittleren Betrieben, aus dem Handel oder der Gastronomie. Selbst wenn jetzt die ersten Kneipen und Restaurants wieder öffnen, werden dort aufgrund der Abstandsregeln nur maximal 60 Prozent Auslastung und Umsatz möglich sein. Die Kosten aber bleiben gleich. Kurzum: Wer jetzt aus der Kurzarbeit wieder zur Schicht kommt, wird womöglich schon bald wieder nach Hause geschickt – nicht nur in Wolfsburg, Stuttgart oder München.

Ziemlich daneben: Fehleinschätzung der Lage

Kaum jemand hatte die Situation zu Beginn richtig beurteilt. Im Gegenteil: Vor allem in Großunternehmen wähnten sich manche in Sicherheit. Betriebsräte von Konzernen mit über 100.000 Beschäftigten sagten mir besorgt: „Unsere Leute gehen in Kurzarbeit. Viele denken: Sie streichen ihre Gartenlaube, machen daheim ihren Frühjahrsputz und dann geht es wieder zurück in den Job.“ Das war im März. Inzwischen macht sich bei den gleichen Menschen Unsicherheit breit: „Was, wenn wir wirklich noch ein Jahr in Kurzarbeit stecken. Oder gar zwei?“

Ganz oben auf der Agenda: Veränderung

„Corona macht nur deutlich, was vorher schon im Argen lag“, ist jetzt immer häufiger zu hören. Fakt ist: Lange vor der Krise belegten zahlreiche Studien, dass bis 2030 über 40 Prozent der Mitarbeitenden nicht nur in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Industriezweig beruflich umsatteln müssen. Autonomes Fahren, Assistenzsysteme und nicht zuletzt Elektromobilität fordern diesen Wandel ein. Aber die Verharrungskräfte in Zeiten der Vollbeschäftigung waren sehr groß. Digitale Transformation schön und gut – aber der Laden lief doch!

Der Beginn einer neuen Zeit

Aus und vorbei. Kaum jemand braucht im Moment Premiumautos oder Transporter – sehr zum Leidwesen der Beschäftigten in der Autoindustrie. Auch Luftverkehr und Hotellerie müssen umdenken. Denn Geschäftsreisen wie früher wird es in dem Maß nicht mehr geben. Social Distancing brachte einen massiven Schub bei der Online-Kommunikation mit sich: Für ein Meeting, das nicht länger als 90 Minuten dauert, wird niemand mehr irgendwohin reisen, meine feste Meinung. Teams, Skype & Co. gehören für viele, die noch einen Job haben, längst zum (Home-)Office-Alltag – eben hier liegt eine Riesenchance.

Nicht erschrecken – die Digitalisierung ist da

Es ist ein positiver Nebeneffekt in schlechten Zeiten: Unter dem Druck der Krise zeigen sich Unternehmen in Deutschland agil, quer durch alle Branchen. Ob tägliche Stand-ups, Teams-Meetings oder eine YouTube-Schulung – sogar mancher Computermuffel ist bereits erfolgreich umgestiegen. Viele bringen sich Programme selbst bei und liegen damit voll im Trend. Nach einer Studie von LinkedIn sind die Hälfte der unter 25-Jährigen in Sachen Web und Programmierung Autodidakten. Nicht wenige von ihnen machen daraus auch einen Job.

F*ck Corona – jetzt aufschlauen

Schon vor Corona fehlten hierzulande rund 200.000 digitale Fachkräfte. Doch der Wechsel in solch zukunftssichere Berufssparten wie Webdesign, Coding & Co. war noch nie so einfach wie heute. Zertifizierte Weiterbildungseinrichtungen, zu denen wir gehören, bieten gute Beratung und interaktive Online-Gruppenkurse, finanziert von der Bundesanstalt für Arbeit. Schon in 13 Wochen beispielsweise lässt sich einfaches Coding erlernen. Mit Spaß und garantiert guten Aussichten – gerade in so unsicheren Zeiten. Wie heißt es so schön: Man kann sich in jedem Alter ändern, aber es ist besser, es jetzt zu tun.

Herzlichst Christopher Jahns